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Baumgärtner, M. & Krautter, M. (1999): Eine markante glaukonitisch-phosphatische Diskontinuität aus dem Oxfordium der Niederaragonischen Ketten (Embalse de Gallipuén, Provinz Teruel, Spanien): Vorläufige Beschreibung und Interpretation. - Profil 16: 363-377, 7 figs., 2 tab.; Stuttgart.

 

Eine markante glaukonitisch-phosphatische Diskontinuität aus dem Oxfordium der Niederaragonesischen Ketten (Embalse de Gallipuén, Provinz Teruel, Spanien): Vorläufige Beschreibung und Interpretation

 

 

Zusammenfassung: Die Entwicklung der keltiberischen Karbonatplattform während des Oxfordiums ist im Bereich der Ejulve-Schwelle durch stark diskontinuierliche Züge gekennzeichnet. Diese äußern sich neben generell stark reduzierten Sedimentmächtigkeiten im Auftreten authigener Glaukonite und Phosphate. Der komplexe Sedimentations- und Diageneseablauf spiegelt die langanhaltende Disposition dieses Niveaus am Meeresboden wider. Reifegraduntersuchungen der körnigen Glaukonite ergaben mit durchschnittlich 9.4 % K2O eine geschätzte Dauer der Sedimentationsunterbrechung von bis über 1 ma. Die Glaukonite haben bereits eine Kationensättigung in den Zwischenschichten der 10 Å-Glimmerstruktur und damit den potentiellen Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht. Sie werden deshalb als "reliktisch" bezeichnet. Ihre Genese wird im Zusammenhang mit einem transgressiven Systemzug interpretiert.

 

Die Beckenkonfiguration, die Paläobreitenlage in Äquatornähe und das tropische Klima begünstigten den Aufstieg kühler, nährstoffreicher Tiefenwässer ("upwelling") und damit die Bildung von Phosphat. Die niedrige Wassertemperatur bewirkte eine drastische Reduzierung der Karbonatproduktion und dadurch der Sedimentationsrate in distaleren Bereichen. Die Mangelsedimentation wurde wohl zusätzlich begünstigt durch die Ausbildung einer stabilen Thermokline, die als Sedimentfalle für absinkende Partikel in Erscheinung trat. Die topographische Superposition auf einem tektonisch aktiven, submarinen Hoch spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Das Zusammenspiel dieser Faktoren ermöglichte die Authigenese hochreifer Glaukonite. Bodenberührende Strömungen sorgten zumindest phasenweise für die Aufarbeitung und den Transport anschließend resedimentierter glaukonitischer und phosphatischer Partikel.

 

Abstract: The evolution of the Keltiberian carbonate platform in the area of the Ejulve-threshold during the Oxfordian is characterized by strong discontinuities. The feature of such discontinuities is a reduced sediment thickness and the occurrence of authigenic glauconites and phosphates. The complex sedimentation and diagenesis reflects a long time disposition of this level at the sea bottom.

 

Investigations of the maturity of glauconite grains showed 9.4% K2O in average indicating a sedimentation break of more than 1 ma. The glauconites already have a saturation of cations in the 10 Å-mica structure and therefore, reached a climax in their development. Thus, they are called "relictic". Their genesis is interpreted to be associated with a transgressiv system. The basin configuration, the palaeo-latitude near the equator, and the tropical climate promote the upwelling of cool nutrient-rich waters and thus, the formation of phosphate minerals. The low water temperature induced a drastic break down of the carbonate production associated with a low sedimentation rate in more distal areas. Additionally, the lack of sedimentation was favoured with the formation of a stable thermocline which acted as a sediment trap for sinking particles. The topographic superposition on a tectonic active submarine elevation also played an important role. The combination of these factors allowed the authigenesis of highly mature glauconites. At least periodically, bottom currents caused a reworking and the transport of subsequent resedimented glauconitic and phosphatic particles.

 

 

 

 

 

 

 

 

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